Volle Leistung, leere Hände

Traditionell gibt es für die Isotopes schon seit Jahren einen fixen Termin zu Pfingsten im Kalender: das "Field of Dreams" Turnier der Gröbenzell Bandits. Und zum zweiten mal in diesem Jahr belohnt sich das Team für seine hervorragenden Leistungen leider nicht selbst...

Aber der Reihe nach: zum Auftakt warteten die Cannonballs - ein schwer einzuschätzender Gegner, da das für Ostern vereinbarte Freundschaftsspiel buchstäblich ins Wasser fiel. Was wäre also eine bessere Taktik, als von Anfang an Vollgas zu geben? Gesagt, getan: die Isotopes erarbeiteten sich schnell eine komfortable Führung in den ersten Innings. Diese entpuppte sich jedoch mit dem Fortgang eher als Fluch denn als Segen, den schon bald schlichen sich Fehler und Aufmerksamkeiten in der Defensive ein, alsbald gesellte sich noch Pech in den restlichen Offensivinnings dazu - am Ende konnte das Team sich nicht mehr dagegen wehren, das Heft aus der Hand zu geben, und es blieb nichts anderes übrig, als eine deutliche 9:20 Auftaktniederlage gegen die Münchner zu verbuchen.

"Da ist mehr drin!" war der Grundtenor des Teams, und so besann sich das Team im zweiten Spiel gegen die Gröbenzeller Gastgeber auf die guten Anfangsinnings des ersten Spiel und machte aus der Begegnung eine wahre "Hitparade": Singles, Doubles, Triples, Homeruns - die Isotopes feuerten aus allen Rohren und setzten sich schlussendlich sehr deutlich mit 17:4 gegen die Bandidos durch.

Und immer wieder Rosenheim: ganz besonders freuten sich die Garchinger auf den oberbayrischen "El Clásico" des BBQ-Softballs zwischen der 89ers und den Isotopes, schließlich standen in den letzten Jahren beide Teams wohl am häufigsten gegeneinander auf dem Platz, und unabhängig davon pflegen Mitglieder beider Mannschaften untereinander auch abseits des Spiels zahlreiche Freundschaften. Auch in diesem Jahr begegnete man sich wieder respektvoll und sportlich auf Augenhöhe, am Ende stand allerdings nicht ein aus den letzten Spielen gewohnt knappes Ergebnis, und so mussten die Isotopes mit diesem 2:9 die bereits zweite Niederlage in diesem Turnier verschmerzen.

Zum Abschluss des ersten Tages stand einmal mehr ein schwer einzuschätzender Gegner auf dem Programm: manche Urgesteine erinnerten sich noch mit etwas Unbehagen an das letzte Aufeinandertreffen mit den Hammel Rams, als man sich in den Anfängen der Teamgeschichte von diesen ehemaligen Teilnehmern an Deutschen Meisterschaften überdeutlich mit "Zwanzigirgendwas zu eins" in die Schranken gewiesen wurde. Doch wie sehr ein paar Jahre die Dinge ändern können! Die Schwaben treten inzwischen in geänderter Teamzusammensetzung an und auch die Isotopes haben selbstverständlich in dieser Zeit einiges an Erfahrung gewonnen. Und so kam es auf beiden Seiten zum "intensivsten Spiel, das wir je hatten": die jeweils knappe zwei- und ein-Run Führung des Rams konnten die Isotopes jeweils wieder ausgleichen und so stand es über mehrere Extrainnings hinweg unentschieden 4:4. Erst als die Rams im letzten Inning abermals in Führung gingen, verließen Kraft und Konzentration die Isotopes und das Spiel endete (zu einem Zeitpunkt, als der Nebenplatz schon komplett abgebaut war und die restlichen Teams bereits in das Abendprogramm starteten) mit einer 4:15 Niederlage, deren Ergebnis auf keinster Weise den Spielverlauf widerspiegelt. Trotz der kleinen Enttäuschung überwog schlussendlich doch der Stolz, eine Show abgeliefert zu haben, von der auf der Players' Party - und vielleicht auch in den kommenden Jahren - noch lange in Ehrfurcht gesprochen wurde und wird.

Am nächsten Morgen starteten die Isotopes gegen Regensburg, die heuer mit Cadolzburg in einer fränkisch-oberpfälzischen Spielgemeinschaft antraten. Der lange Vortag (und die kurze Nacht ;-) ) steckten einigen Spielern noch nachhaltig in den Knochen. Trotzdem ergab sich das Team nicht freiwillig und demonstrierte auf - als auch neben - dem Platz seinen Kampfeswillen. Die etwas zu spät gestartete Aufholjagd reichte allerdings am Ende nicht aus und die Garchinger mussten sich abermals knapp mit 11:14 geschlagen geben.

Zu guter Letzt standen im Abschlussspiel wieder altbekannte Gegner den Isotopes gegenüber: die Brew Crew aus Augsburg. Da es für beide Teams im Grunde nur noch um die "goldene Ananas" ging, wurden kurzerhand die Turnierregeln im beiderseitigen Einvernehmen über Bord geworfen und den Ligaspielern, denen am Wochenende das "Switch-Hitting" sichtlich Probleme bereitete, es erlaubt, "richtig herum" zu schlagen. Hier zeigte sich, dass diese Spielerei unter dem Strich kaum Einfluss auf die Höhe der Ergebnisse hat, denn trotzdiesem fiel die "Hitparade" aus und das endete "nur" 7:12.

Somit gelang den Isotopes am Ende des Turniers nur ein Sieg aus sechs Spielen, was in der Schlußabrechnung den sechsten von sieben Plätzen bedeutete. Als Fazit kann man resümieren: die Garchinger haben wieder durchaus ansprechende Leistungen auf den Platz gezaubert, konnten aber durch Unkonzentriertheiten diese nicht in Siege ummünzen und stehen am Ende wieder einmal mehr leider mit leeren Händen da.

Letzte Änderung am Mittwoch, 27 Mai 2015 13:56

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